Lateinisch: Poicephalus meyeri (matchiei)
Englisch: Meyer´s Parrot

Lebensraum:
Der Goldbugpapagei hat ein riesiges Verbreitungsgebiet von
ca. 4000 km welches sich von Zentral-bis Südafrika hinzieht.
Sie bevorzugen bewaldete Gebiete entlang von Flussläufen,
aber auch teilweise die Savannengebiete.

Status im Freiland: Regelmäßig
Ringgröße: 8.5 mm


Geschlechtsunterschiede: siehe Text unten! ( R.Kock )
Eindeutige Geschlechtsbestimmung bei Jungtieren ist nur Anhand einer DNA-Analyse möglich.

Meyerspapageien sind zwar nicht mehr Citespflichtig,
müssen aber der zuständigen Behörde gemeldet werden.
Die gesetzlichen Bestimmungen besagen im Folgenden:

Anzeigepflicht:

Wenn man einen Langflügelpapagei erwirbt, veräußert oder nachzieht,
ist man dazu verpflichtet eine Bestandsveränderungsanzeige
gemäß § 6 Abs. 2 BArtSchV aufzugeben.
Diese ist dann der im jeweiligen Bundesland zuständigen Behörde zu übergeben.
Des weiteren ist darauf zu achten, das man beim Erwerb eines solchen Papageis eine Herkunftsbestätigung ( Züchterbescheinigung ) zum Nachweis der Besitzberechtigung gemäß § 22 BNatSchG sowie gemäß § 6 Abs. 2 BArtSchV erhält.

Kennzeichnungspflicht:
Gemäß Psittakose-Verordnung § 2 sind Nachzuchten von Langflügelpapageien mit einem geschlossen Fußring zu kennzeichnen.
Auf diesem Ring stehen dann die Züchternummer, eine laufende Nummer, die Ringgröße,
das jeweilige Jahr und die Kürzel des Vereins, dem man angehört (z.B. VZE oder AZ).
Ringe kann man direkt beim BNA oder über die Vereine bestellen, jedoch nur,
wenn man in Besitz einer Zuchtgenehmigung gemäß § 17g des Tierseuchengesetzes ist. Quellenangabe: www.poicephalus.info

Ich sage es gleich vorweg, die Goldbugpapageien gehören zu meinen absoluten Lieblingen.
Seit Oktober 2009 habe ich ein Paar dieser ansprechenden Papageien ( Poicephalus meyeri matschiei )
in meinem Besitz.
Sie sind neugierig, lieb, verspielt und verschmust. Sie bestehen durch ihre Art.
Sie kommen aus einer guten Zucht von einem Kollegen, der ebenfalls im Arterhaltungszuchtprojekt
Mitglied ist.
Meine beiden Tiere stammen aus einer Verpaarung von zwei unterschiedlichen und unterartenreinen Wildfängen ab.
Das ist eher die Ausnahme, da in der Vergangenheit nicht sehr darauf geachtet wurde,
welche Unterarten miteinander verpaart worden.
Seit dem Jahr 2007 gilt ein genereller Einfuhrstop auf alle Papageien.
Es ist aus diesem Grund wesentlich schwerer geworden blutsfremde und unterartenreine Vögel zu erwerben.
Diese Goldbugpapageien sind sog. sozialisierte Handaufzuchten.
Die Weibchen dieser Gattung neigen manchmal dazu, ab einem bestimmten Zeitpunkt des Brütens ihr Gelege zu verlassen.
Dann ist es ratsam die Eier aus dem Nest zu entfernen und sie werden von da an mit der Hand aufgezogen.
Zu einem späteren Zeitpunkt setzt man sie wieder mit anderen Papageien zusammen, damit sie nicht zu sehr auf den Menschen geprägt werden und sich weiterhin normal zu verpaaren können.
Paare die sich einmal gefunden haben, gehen in der Regel eine lebenslange Verbindung ein.
Verstirbt ein Partner, gelingt eine spätere Verpaarung nur unter Umständen.
Meyerspapageien werden erst spät im Alter von 3-4 Jahren geschlechtsreif.
Ein Gelege besteht in der Regel aus 2-4 Eiern. Zwei Eier im Nest können aber als normal angesehen werden.
Hochformatige Nistkästen mit mind. 50 cm Tiefe werden gerne angenommen.
Die Zucht von Meyers gelingt in Europa regelmäßig.
Afrikaner vertragen in ihrem Futter einen etwas höheren Fettanteil als zum Beispiel die Südamerikaner wie die Amazonen.
Bei der Ernährung sollte beim Futterplan eine Gewichtung aus ca. 60% Samen und Körnern und 40% an Obst und Gemüse ausmachen. Eine Futtermischung speziell für Afrikaner gibt es zB. von Versele. Futtermischungen für Graupapageien wie sie im Futterhandel erhältlich sind,
werden ebenfalls gerne angenommen.
Als Bestandteil aus Obst und Gemüse gelten Apfel, Birnen, Erdbeeren, Möhren, Feigen, Datteln, Weintrauben und Gurken.
Halbreifer Mais ( Zuckermais ) wie er zu bestimmten Jahreszeiten erhältlich ist, Wildkräuter, Kolbenhirse, Feuerdorn, Sanddorn und Ebereschenbeeren sind heißgeliebe Leckerbissen.
Wer seine Langflügelpapageien in der Voliere draussen halten möchte, dem empfehle ich einen Schutzraum in dem die Temperatur im Winter nicht unter 10° Celsius sinken kann.

Geschlechtsbestimmung:
der nachfolgende Text stammt nicht von mir sonders wurde mir netterweise von Rudi Kock www.goldbugpapageien.net zugesant.
An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Rudi....man lernt eben nie aus ;-)

Hallo Uli

Du hast auf deiner tollen Homepage geschrieben, dass man bei Goldbugpapageien die Geschlechter nicht sicher unterscheiden kann.
Sobald meine Jungen ein paar Tage in der Freivoliere fliegen, kann man die Geschlechter im Schwarm sehr schön er kennen.
Bei einzelnen Vögeln ist es schwer zu sehen, wegen der vergleiche. Bei 2 Paaren sind die Weibchen 15 – 20 Gramm schwerer.
Jeder der sich die Vögel anschaut, sagt der Größere ist der Hahn, so läst sich fast Jeder täuschen.

Untersuchung der Federzeichnung der Unterflügel.

Vor 3 Jahren hab ich damit angefangen, meine Jungvögel, deren Flügel von Unten zu fotografieren.
Beim Betrachten der Bilder konnte ich feststellen, das die Merkmale, und Zeichnung unter den Flügeln nach
12 – 13 Monaten nach der Umfärbung nicht mehr vorhanden waren.
Der Zeitpunkt der Unterartbewertung und Erkennung beträgt daher nur 3 – 12 Monate.
Bei 5 der 6 Unterarten habe ich daher große Unterschiede feststellen können.
Bislang habe ich ca. 500 Bilder von dem
Goldbugpapageien fotografiert, auch einige Kollegen haben mir ihre Bilder zu dieser Studie zur Verfügung gestellt.
Bei den am häufigsten gehaltenen Unterarten Poicephalus meyeri-saturatus und P.m.matschiei ist eine Geschlechtsbestimmung
fast immer möglich.
Um Mischlinge zwischen Unterarten genau zu bestimmen liegen mir bis lang noch zu wenige Erkenntnisse vor.




Meine Afrikaner:
Meyerspapagei oder auch Goldbugpapagei