Meine Afrikaner:
Finch´s-Mohrenkopfpapagei

Lateinisch: Poicephalus senegalus ( vesteri )
Englisch: Senegal Parrot

Lebensraum:
West und Zentralafrika
Bewohner offener Wald und Buschgebiete mit
Baumbestand oder Baumformationen

Status im Freiland: Häufig
Ringgröße: 8.5 mm

Geschlechtsunterschiede:
Eindeutige Geschlechterunterscheidung nur
durch Endoskopie oder DNA-Analyse möglich

Der Ausnahmefall: Mohrenkopfpapageien sind das Paradebeispiel,
wenn eine Art zur Modeerscheinung der Vogelhaltung
oder Prestigeobjekt wird ( und glauben sie mir,
dass sich bei diesen Begriffen bei mir die Nackenhaare aufstellen ).
Lange Zeit wurden Langflügelpapageien wie der Mohrenkopfpapagei in Massen
aus Afrika eingeführt.
Es stellte sich schnell heraus, dass diese Vögel nicht so leicht zu halten sind
wie anfangs gedacht.
Nachdem die Papageien nicht dem Bild ihres Halters nach einem sprachbegabte
n und anhänglichen Vogel entsprachen, gab man die Vögel einfach wieder ab.
Viele Mohrenkopfpapageien wurden dann als "Wandervogel" immer an den nächsten Halter abgegeben.
Einige dieser Vögel wurden so tyrannisch, dass es hieß sie seien nicht zu halten.
Fakt ist, dass es kaum Literatur über diesen interessanten Papagei gibt und viele Missverständnisse im Umlauf sind.
Artgerechte Haltung ist der beste Weg Verhaltensweisen zu begreifen.
Wie alle Langflügelpapageien unterliegt auch der Mohrenkopfpapagei einer Anmelde,- und Kennzeichnungspflicht.
Eine Cites-Bescheinigung wird nicht mehr verlangt, dafür aber ein Herkunftsnachweis, der vom Züchter mitgegeben werden muß. Zumindest in NRW. Dieses Verfahren variiert aber von Bundesland zu Bundesland und den einzelnen Behörden.

Mopas sind vor allem sehr besitzergreifend was ihren Partner oder ihr Territorium angeht.
Sie sollten nur als eindeutiges echtes Paar gehalten werden.
Bei gleichgeschlechtlichen Paaren kann es zu Aggressionen kommen, die Verletzungen bis zur Todesfolge gehen können.
Mein Paar entdeckte ich in einer Börse bei einer Vogelausstellung in Bocholt.
Der Züchter gab mir das 10 Jahre alte Paar, da er genug Zuchtpaare hatte und
seinen Bestand verkleinern wollte.
Seit dieser Zeit leben die beiden Langflügel bei mir und legten drei Gelege. Leider ohne Erfolg.
Die Eier waren zwar befruchtet, jedoch erwies sich die Henne als sehr Störungsanfällig und verließ die Gelege bzw. fütterte ihre Jungen nicht an.
In der Zwischenzeit habe ich mir eine Aufzuchtsbox angeschafft, falls sie das Gelege erneut verlässt.
Seit 1 Januar 2010 sitzt die Henne wieder auf einem Nest. Ich werde weiter hier darüber berichten.
In der Voliere ist ein Nistkasten angebracht mit 50 cm ( Höhe ) 23 cm ( Breite ) und 40 cm ( Tiefe ).
Das Eingangsloch ist im Durchmesser 8 cm.
Im Kasten befindet sich ein herausnehmbarer Kasten mit Legemulde und einer Schräge,
die verhindern soll, dass die Eier sich verschieben und unter der Henne wegrollen können. Eine der negativen Erfahrungen der letzten Brut.
Zur besseren Beobachtung habe ich im Raum und in meinen Nistkästen Infrarotkameras angebracht
um jede Störung während der Brutzeit durch unnötige Nestkontrollen zu vermeiden.
Die Welterstzucht wird dem Dänen Petersen im Jahre 1956 zugeschrieben.
In der Regel liegt die Brutzeit zwischen September bis März.
Jedoch in warmen Räumen ist die Zucht auch ganzjährig möglich.
Das Gelege kann zwischen 2 - 5 Eiern umfassen.
Aus eigener Erfahrung kann ich bisher max. 3 Eier bestätigen.
Die Eier wiegen rund 10g und werden im zweitägigen Abstand gelegt.
Eine Beringung der Jungen sollte zwischen dem 15 bis 18 Tag erfolgen.
Erfolgt die Beringung zu früh, streifen ihn sich die Jungtiere wieder ab.
Verpasst man den Zeitpunkt ist das Anbringen eines Artenschutzringes nicht mehr möglich:
Schwierigkeiten mit der zuständigen Behörde sind dann vorprogrammiert - also unbedingt darauf achten.
Nach ungefähr 25 bis 28 Tagen verlassen die Küken das Ei.
Ungefähr 59 Tage später sind die Kleinen flügge.
Afrikaner vertragen in ihrem Futter einen etwas höheren Fettanteil als zum Beispiel
die Südamerikaner wie die Amazonen.
Bei der Ernährung sollte beim Futterplan eine Gewichtung aus ca. 60% Samen
und Körnern und 40% an Obst und Gemüse bestehen.
Eine Futtermischung speziell für Afrikaner gibt es z B. von Versele.
Futtermischungen für Graupapageien wie sie im Futterhandel erhältlich sind,
werden ebenfalls gerne angenommen.