Meine Afrikaner:
Der Taranta-Bergpapagei

Lateinisch:Agapornis taranta
Englisch: Black-winged Lovebird

Lebensraum:
Die Taranta Unzertrennlich lebt in Höhenlagen zwischen
1500 und 2000 Metern im Äthiopien und ist damit ein reiner Hochlandvogel.
Er wurde 1814 nach dem gleichnamigen Hochgebirgs-Pass benannt.
Man findet sie dort als Bewohner der Gebirgswälder und
in den tieferen Lagen in Grassavannen anzutreffen.

Status im Freiland: Häufig
Ringgröße: 4.5 mm

Geschlechtsunterschiede:
Das Männchen ist mit einer auffallenden roten Stirnplatte gezeichnet,
die beim Weibchen fehlt. Insgesamt sind die Weibchen auch eher kleiner und blasser gefärbt.

Jeder der an Agaporniden denkt fasst unweigerlich:
"Superschöne Papageien, aber ein wahnsinns Organ für so kleine Vögel".
Tarantas sind da, wie auch die Grauköpfchen eine Besonderheit ,
ihre Stimme ist angenehm und leise!
Bedingt durch innere Unruhen und Bürgerkriege in ihrem Verbreitungsgebiet '
sind die Bergpapageien nur begrenzt und in kleinen Stückzahlen bei uns eingeführt worden.
Sie waren lediglich bei einigen Liebhabern anzutreffen.
Das erste Mal sah ich sie bei einer Landesausstellung
der AZ der Landesgruppe Rhein-Ruhr Münsterland im Jahre 2007.
Im Anschluss sah ich diese ansprechenden Agaporniden nochmal bei einem Züchterkollegen,
bei dem ich die Möglichkeit hatte, mir nähere Informationen zu holen.
Nachdem mein Zuchtraum fertig war machte ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Pärchen - es sollte eine längere Suche werden. Fündig wurde ich dann in Belgien.
Einige Zeit nach dem Einsetzen verstarb leider der Hahn, da ich keine sofortige Wurmkur gemacht hatte
und so mußte ich mich wieder nach einem neuen Hahn umsehen.
Zu meinem Glück fand ich auch bald einen Züchter der sich von einem Hahn trennen konnte.
Zwei Stunden Autofahrt später war ich in Ahaus und war sofort begeistert.
Da der Züchter noch ein Paar zur Abgabe hatte, erwarb ich dieses gleich mit.
Somit leben derzeit zwei Paare in meinem Bestand.
Tarantiner sind etwas größer als alle anderen Agapornidenarten und zu diesem reinen Einzelgänger. Einigen Informationen zur Folge können auch kleinere Gruppen zusammen gehalten werden. Da sie aber untereinander sehr aggressiv werden können, ist davon dringend abzuraten.
Wer einmal ihr Schnabelgewalt und ihre Willensstärke kennengelernt hat weiß,
dass diese kleinen Burschen ihr Territorium vehement verteidigen.
Auch beim Herausfangen aus dem Gehege ist ein sicherer und fachgerechter Griff von Vorteil,
wenn man keine schmerzhaften Erfahrungen machen möchte.
Ansonsten sind Tarantas ruhig und angenehme Volierenbewohner, die durch ihre Schönheit bestechen.
Ihre Nahrung besteht im Freiland aus Samen, Beeren, Früchten und kleineren Insekten. Frische Weidenzweige werden gerne angenommen und sind auch für eine Fortpflanzung notwendig.
Taranta Bergpapageien lassen sich nicht so einfach zur Zucht bringen, wie die anderen acht Agapornidenarten. Oftmals kommen Tarantapaare erst ab dem zweiten oder gar dritten Jahr in Brutstimmung. Die Gelegegröße schwankt zwischen 3-5 Eiern.
Die Jungtiere schlüpfen nach ca. 24-26 Tagen und sind nach 49 Tagen in der Lage, dass Nest zu verlassen. Die Jungen werden zwischen den neunten und zwölften Tag mit einem geschlossenen Ring von 4,5 mm Durchmesser beringt.
Es gibt Farbmutationen in Dunkelgrün, Oliv und Gelb.
Meine Paare sind in selbstgebauten Boxen von 80cm x 80cm x 40cm untergebracht. Nach einigen vergeblichen Versuchen mit unterschiedlichen Volierengrößen habe ich mich nach unserer letzten Vereinsschau für dieses Boxenmaß entschlossen.
Unser Verein hat zur Ausstellung Käfige in diesem Format bereitgestellt. Die Ausstellungskäfige wurden "naturnah" gestaltet.
Zu meiner Verwunderung verhielten sich die anfangs ängstlichen Vögel nicht mehr scheu und zeigten sich gerne. Diese Verhaltensänderung hielt an und so beschloss ich, dieses Konzept beizubehalten. Die hellen Käfige haben einen Längsnistkasten zum ausziehen. Äste und nach Möglichkeit viel Grün in Form von Zweigen und Bambus stehen jederzeit den Vögel zur Verfügung.
Vielleicht verwundert es manchen User, dass sich der Arbeitsaufwand beim Reinigen der Käfige für mich nicht wesentlich erhöht hat.

Die Zuchtboxen sind so angelegt, dass sie jederzeit auseinandergebaut werden können.
Ihre Größe wurde in der Grundfläche so bemessen,
damit ich die Kunststoffschubladen aus meinen
Kunstoffzuchtboxen mit verwenden konnte.
Angebracht wurden zwei feste Äste,
die in ein eingelassenes Gewinde geschraubt werden,
ein herausnehmbarer Asthalter für das Grünzeug aus
PVC Abwasserrohr gefertigt
und einer selbstangefertigten Außenfütterung.
Beim PVC Rohr unbedingt darauf achten,
einen Durchmesser zu verwenden,
der kleiner ist als der Kopf der Käfigbewohner,
sonst gibst Verluste.
Eine Kappe in der Größe der Äste erfüllt, den gleichen Zweck.
Der Nistkasten hat die Masse von 37 cm Länge,
eine Tiefe von 18 cm und eine Höhe von 20 cm.
Er ist an U-Profilen und L-Profilen aus Aluminium aufgehangen, deren Ecken abgerundet worden sind, damit man sie problemlos herausziehen kann.
Der Materialaufwand bewegt sich ohne Werkzeug beicirca 70.- Euro pro Box.
Eine genaue Beschreibung zum Nachbauen ist unter den Bauanleitungen zu finden.