Aus meinem einstigen Wellensittichpaar ist inzwischen ein
ansehnlicher Vogelbestand herangewachsen.
Alles begann eigentlich damit, dass mein PC bzw. Arbeitszimmer
schon seit einiger Zeit von allen Familienmitgliedern spötischerweise
als "Vogelraum" betitelt wurde... ( unbestritten ist jedenfalls die Tatsache,
dass mein PC schon seit längerem unter seiner "Federstaub-Allergie stark zu leiden hatte
und dieser auch am 29.6.08 letztendlich zum Opfer fiel ")
Es musste also dringend für Mensch und Tier
eine Lösung für dieses Platzproblem gefunden werden.
Da unsere Garage "Ihre Zeit" überschritten hatte,
machte meine Familie mir den Vorschlag
und das Angebot, im Zuge des Anbaus,
meinen Vogelraum zu verwirklichen...
( wie Klasse war das denn ;-)
Im Familienrat wurde einstimmig,
also die Erweiterung unserer Garage beschlossen.
Der Innenausbau:
Ende September 2007 kam dann die langersehnte Baugenehmigung und
wir konnten mit dem Umbau beginnen.
Was macht einen optimalen "Vogelraum" aus?
Diese Frage sollte mehr als "nur" eine Antwort bekommen, wie sich im Laufe der
Planungsphase zeigen sollte... und jede Idee kostet.
Ich werde immer wieder gefragt: " Lohnt sich die Vogelzucht denn?"
Dann muß ich immer schmunzeln und beantworte die Frage in etwa so:
" Finanziell? Bis sich die Vögel rentieren ( falls das überhaupt jemals der Fall sein wird )
vergehen mindesten 12 Jahre!"
Solange begnüge ich mich damit , die Futterkosten zu minimieren -
für mich sind solche Fragen eher amüsant.
Tiere rechnen nicht. Sie haben Bedürfnisse!
Der Halter oder Züchter ist in meinen Augen dafür verantwortlich seine Tiere artgerecht zu halten.
Ob sich Vogelzucht lohnt oder nicht, hängt davon ab, ob ein Züchter glücklich ist,
wenn er ein neues kleines Leben in der Hand hält.
Da er nicht alle seine Tiere behalten kann, muß er auf kurz oder lang welche davon abgeben.
Es fallen viele Kosten für Futter, Streu, Ergänzungsfutter, Käfige, Tierarzt usw an.
Die Frage nach einer "Wirtschaftlichkeit" kann also nie mit "Ja" beantwortet werden.
Nun aber zurück zum Thema. Der Vogelraum hat eine Grundfläche von etwa 9 m².
Er sollte in erster Linie, praktisch dh. leicht zu reinigen sein.
Alle Vögel sollten gut untergebracht sein, also ging die Überlegung ein,
welche Arten und wie viele Tiere später Mal darin Platz finden sollten und
welchen Anspruch den einzelnen Vogelarten später Rechnung getragen werden sollte?!
Optisch sollte der Raum nicht unbedingt nach Zuchtstation, Schwimmbad oder
Krankenzimmer erinnern ( leider haben Fließen und Kacheln oftmals diese Wirkung).
Eine Steinwand aus Granitsandsteinbruch war letztendlich die Lösung, die zudem auch noch
die nütliche Eigenschaft besitzt Wasser zu speichern und wieder abgeben zu können.
Mit Steinplatten gestaltete Felswand
Die nächsten Punkte die bei der Planung anstanden waren: Tageslicht und Belüftung !
Federstaub hat schon manchen Züchter dazu gebracht, sein Hobby an den Nagel zu hängen.
Man ist immer mal wieder erstaunt, welche Mengen davon anfallen können...
( hier sei nochmals mein PC erwähnt )!
Den Vögeln tut es sicherlich auch nicht gut, ständig ihrem eigenen Staub ausgesetzt zu sein.
Stellen sie sich einfach vor, in der Umkleidekabine einer Sporthalle ihre Leben zu verbringen und wer will das schon wirklich?
Tageslicht spart nicht nur Strom ein, sondern ist für Stoffwechsel und das Wohlbefinden der Tiere unerlässlich. Die Mauser verläuft insgesamt ruhiger und schneller .
Eine Türe mit Gitterschleuse, ein Fenster an dem im Sommer ein Hängekäfig angebracht werden kann
und ein eingebauter Ventilator sorgen für den nötigen Luftaustausch.
Steinwand als Rückwand der Flugvolieren
In den Zuchtraum wurde weiterhin eine kleine Spüle sowie ein kleiner Heizkörper angebracht:
Unter dem Spülbecken befinden sich Anschlüsse für einen Gartenschlauch,
mit dem ich die Wände und den Boden bei Bedarf abspritze.
Ein im Boden einbetonierter Abfluss sorgt dafür, dass Wasser ablaufen kann.
Ich empfinde es jedesmal als echten Luxus einen Wasseranschluss zu haben.
Schubladen, Äste,Futter.- und Wassergefässe einfach vor Ort sauberzumachen,
ohne damit durch die Wohnräume laufen zu müssen.
Das ist einfach für alle Familienmitglieder stressfrei. Vorsatzgitter an Fenster und Tür als Schleuse angebracht,
hindern die Vögel vor "Fluchtversuchen" das Eindringen von Schädlingen oder kleineren Raubwild.
Eine feuerfeste Stahltür tut ihr Weiteres.
Zuchtboxen und Volieren:
Im Zuchtraum ist Platz für insgesamt 12 Zuchtboxen und 4 Volieren.
Die Zuchtboxen sind aus Hartkunstoff und werden in Holland hergestellt.
Sie sind handelsüblich und bei einen Fachgeschäft in Bocholt erhältlich.
Das Boxenmaß: 80cm x 40cm x 40 cm ( LBH ).
Allerdings wurden sie bei mir modifiziert.
Die Boxen wurden an einer Seite ausgeschnitten, so dass sie auf 160cm erweitert und zu Flugboxen umgestaltet werden können.
In zwei der Zuchtboxen sind lange Nistkästen untergebracht dh. die Gitterelemente wurden kombiniert.
Wie das im Einzelfall aussieht, ist in den Bauanleitungen anzusehen und zum Download bereitgestellt.
Die Volieren sind allesamt Sonderanfertigungen aus Aluminium mit einem Drahtgitter von 19mm x 19 mm Maschenstärke.
Alle Seitenteile bzw. Abtrenngitter sind jederzeit schnell herausnehmbar.
Aus 4 Voliereneinheiten kann man dann 3 Volieren, 2 Volieren oder eine Großvoliere umfunktionieren.
Zwei Zuchtboxen habe 80cm x 80 cm x 40cm sind aus melaninweissen handelsüblichen Spannplatten gefertigt.
Die Front bildet ein Alurahmen mit Maschengitter, einer Tür und einer von mir entworfenen Außenfütterung versehen.
Den Taranta Bergpapageien haben diesen Boxentypen hervorragend angenommen
( siehe ebenfalls unter Bauanleitungen ).





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